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Geschichte der Podologie ...
Erste Hinweise über Behandlungen von Hühneraugen findet man bei Hippokrates (460 – 377 v. Chr.), der Römer Caius Plinius  Secundus (23 – 29 n. Chr.) empfiehlt ablösende Mittel gegen Hühneraugen und im 7. Jh. nach Chr. wurde erstmals in der Literatur  auf die Behandlung mit einer Aderlanze, dem Rabenschnabelmesser und Pinzette eingegangen. Etwa ab dem 12. Jh. entstand der Beruf des Baders. Er betrieb eine Badestube, rasierte, führte kleine chirurgische Eingriffe aus, zog  Zähne, entfernte Hühneraugen, Warzen und Verhornungen. Bader galten als Heilkundige des Volkes, die nicht an die für Ärzte  geltenden Verordnungen gebunden waren. Wie in jedem nicht gesetzlich geregelten Beruf gab es auch zur damaligen Zeit sehr viel  Scharlatanerie, weshalb diese Tätigkeit als unseriös galt. Die Geschichte der Fußpflege in Deutschland ist eng verknüpft mit der in England und Frankreich und fand ihre Verbreitung im 18.  Jh. vornehmlich durch jüdische Emigranten, denen es in Deutschland und Österreich verboten war, ein Handwerk zu erlernen. Viele  dieser Bader wanderten in andere Länder aus. Die Doppeltätigkeit als „Zahnkünstler" und „Hühneraugenoperateur" wurde noch bis  gegen Ende des 18. Jh. beibehalten. In seinem Buch beschreibt Dionis 1707 zum ersten Mal einen eingewachsenen Nagel und seine operative Behandlung und in  Frankreich kam das erste Werk eines Pedicure 1762 von Rousselot in heraus. Der Landsmann Nicolas-Laurent Laforest hat in die  von ihm benutzten Instrumente 1782 veröffentlicht und zum ersten Mal die Veränderungen der Füße mit Zeichnungen eines  Spreizfußes, Hallux valgus und Hühneraugen dargestellt. Das erste Buch eines Chiropodisten, wie sich der „Podologe" in England nennt, erschien 1802 von Heyman Lion, einem deutschen  Emigranten aus Schottland. Darin finden sich Abbildungen über die von ihm benutzten Instrumente wie Schere, Skalpelle und  Pinzette in ähnlicher Form wie sie noch heute benutzt werden.  Zu den berühmtesten Emigranten, die den Fußpflegeberuf ausübten, zählte auch Abraham Durlacher (1757-1845) aus Durlach bei  Karlsruhe, der sich im englischen Badeort Bath niedergelassen hatte. Sein einziger Sohn Lewis (1792-1864) hat drei Bücher  geschrieben. Davon ist das Hauptwerk „A Treatise of Corns" (übers.: „Die Behandlung von Hühneraugen) sogar 1845 in  Philadelphia (Amerika) erschienen. Lewis Durlacher genoss durch seine Arbeit nicht nur das Ansehen des Königshauses, sondern  auch das der praktizierenden Ärzte in London.  Der Österreicher Sigmund Wolffsohn (1767-1852) erhielt im Jahr 1835 ein Patent für eine Fuß-Druckentlastung. Das Material  bestand aus dem präparierten Feuerschwamm (Pilzart), der mit Gummi bestrichen und mit Seide überzogen war.